18. Mai 2012

Bundesministerin Ilse Aigner im Kaninchenkäfig

Am 30.09.2011 fand sich die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse Aigner im Kaninchenkäfig wider. Wie kam es dazu?

Rückblick. Im Februar 2011 kündigte die Ministerin Ilse Aigner an, dass – im Zuge der Planung der EU-Agrarpolitik – auch verbindliche Vorschriften zur tierartgemäßen Haltung von Mastkaninchen ausgearbeitet würden. Diese Botschaft wurde von der Öffentlichkeit begrüßt: Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer, lobte den Vorstoß von Aigner als einen „Schritt in die richtige Richtung“.

Der deutsche Tierschutzbund ließ verlauten: „Wir sind froh, dass die drängenden Tierschutzfragen, für die wir seit Jahrzehnten kämpfen, angepackt werden“. Heute, nur sieben Monate nach der Ankündigung, ergibt sich ein ganz anderes Bild.

Die Stimmung ist komplett umgeschlagen

Tierschützer fühlen sich hintergangen. Sie zeigen offen ihr Missfallen an der kläglichen Umsetzung der im Februar von Aigner in Aussicht gestellten Novellierung, mit der die Regelungen für die Haltung von Mastkaninchen verschärft werden sollten. Vor dem Verbraucherschutzministerium sperrten Mitstreiter des Tierschutzbündnisses „Kaninchenmast, nein danke“ die Bundesministerin Ilse Aigner symbolisch in einen Kaninchenkäfig.

Tierschutz vor dem Brandenburger Tor in Berlin

Auch vor dem Brandenburger Tor in Berlin warb die Organisation für ihr Anliegen. Fotos: (c) Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“


„Nicht Tiere, sondern Betrüger gehören hinter Gitter” so die Aussage der Aktivisten. „Dieser Entwurf hat nichts mit einer artgerechten Kaninchenhaltung zu tun und erst recht nichts mit den im Februar getroffenen Ankündigungen von Frau Aigner,“ kommentiert Stefan Klippstein, Sprecher des Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ den Entwurf des Eckpunktepapiers.

Das Aigner Eckpunktepapier – eine traurige Bilanz

Auch zukünftig können Mastkaninchen auf kleinstem Raum gehalten werden. Gerade mal ein Fläche, die einer DIN-A-3-Zeitungsseite entspricht, wird ihnen zugesprochen. Natürliche Bedürfnisse wie frische Luft, Tageslicht, Platz zum Hoppeln und Graben werden nicht berücksichtigt. Die Höhe der Käfige soll zwar ein Aufrichten garantieren, doch „das vorgeschriebene Platzangebot lässt dies nur schwer zu“, sagen die Tierschützer.

„Frau Aigner, lassen Sie die Kaninchen frei“

So lautet die Postkarten- und Mailaktion des Tierschutzbündnisses. Sie fordern eine gesetzlich geregelte Haltungsverordnung, die die Haltung von Kaninchen in Käfigen untersagt.

Auf der Webseite www.kaninchenmast.info stellen die Organisatoren vorformulierte E-Mail-Texte für Protestbekundungen, sowie Plakate und Flyer kostenlos zur Verfügung.

Kommentare

  1. Am 13.02.2012 haben Aktivisten des Tierschutzbündnisses „Kaninchenmast, nein danke“ 5.000 rote Herzen an Bundesagrarministerin Aigner überreicht, wobei jedes Herz für eine Stimme steht.

    In den letzten Monaten haben mehr als 5.000 Menschen an der Online-Petition „Frau Aigner, lassen Sie die Kaninchen frei“ teilgenommen.

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