18. Mai 2012

Die besten Tipps zu Hundepension & Gassiservice aber auch dem Welpenkauf

Tiertrainerin Carola Güldner von Hund-in-Berlin.de gab uns einen Einblick in ihre tägliche Arbeit mit den geliebten Vierbeinern, und gibt Tipps etwa beim Thema Welpenkauf oder dem bestmöglichen Umgang mit Hunden.

Die “schnellsten” Tierfreizeit-Leser können zudem den Service ihrer Hundepension oder den Gassiservice im Südwesten von Berlin vergünstigt in Anspruch nehmen:

Frau Güldner, ein Gassiservice, die sehr persönlich geführte Hunde-Pension sowie ein HundMenschtraining gehören zu Ihrem Angebot. Was genau erwartet Ihre Kunden bei letzterem?

Zuallererst legen die Kunden wert auf eine familiäre Unterbringung ihres vierbeinigen Familienmitglieds. Sehr oft höre ich von Kunden, dass sie ihren Hund früher mal in größeren Pensionen oder vermeintlich ganz privat untergebracht hatten, bei ersteren war der Hund den ganzen Tag im Zwinger, bei letzterer im Keller „aufbewahrt“.

Mir geht es darum, dass unsere Hundgäste genauso ihren Urlaub verbringen wie ich mir das für meine eigenen Hunde auch wünschen würde, wenn ich sie nicht mitnehmen kann.

Was das HundMenschTraining angeht, so gebe ich ab und an meinen Kunden Tipps (kostenlos), besteht mehr Bedarf, so arbeite ich bisher noch mit erfahrenen Hundetrainern zusammen. Da ich finde, es gibt viel zu viele Möchtegernhundetrainer, beschränke ich mich bei dieser Problematik vor allem auf das, was ich am besten kann, die Hunde in unsere Gruppe zu integrieren.

Bevor ein Hund bei Urlaub etc. in Ihre Pension „einzieht“ gibt es ein Probetreffen, auf das viele ähnliche Einrichtungen auch schon einmal verzichten. Warum ist dies so wichtig?

Das ist meiner Erfahrung nach unerlässlich!

Zum einen habe ich ja selbst zwei Hunde, einen Kangalschäferhundmix, der einen sehr guten Job macht und eine zur Zeit sechs Monate ale Pyrenäenberghündin – die mit mir und demzufolge mit den Gasthunden auf engem Raum leben. Das bedeutet, bei einem Probetreffen kann ich relativ schnell sehen, wie die Gasthunde sich „einsortieren“, wie sie sich auf einem fremden Territorium, auf dem ihnen ich und ein erwachsener und souveräner Rüde die Hausregeln auf „Menschhündisch“ und auf „Hündisch“ erklären, reagieren.

Dann finde ich ein kostenloses Probetreffen so wichtig, weil ich möchte, dass meine Kunden wissen, wo und wie ihr Hund untergebracht ist. Auf Bildern kann man einiges vortäuschen.

Aber Hauptsache ist eben, dass ich den Hund einschätzen kann, dass der Hund hier schon einmal zusammen mit seinen Menschen war und nicht einfach „abgestellt“ wird. Darüber hinaus muss ich wissen, ob die Hunde verträglich sind, denn wir laufen ja jeden Tag im Hundeauslaufgebiet.

Aus welchem Einzugsgebiet kommen Ihre Kunden?

Da muss man unterscheiden zwischen Gassiservice und Hundepension: Zum Gassiservice abholen kann ich Hunde aus dem Südwesten Berlins, also alle, die auf dem Weg zwischen Genshagen und den Auslaufgebieten Grunewald und dem Auslaufgebiet Pichelswerder liegen, plusminus 10km.

Also grob gefasst: Zehlendorf, Spandau, Friedenau, Lichtenrade, Lichterfelde, Grunewald, Steglitz, Genshagen, Marienfelde… Absprachen sind unabkömmlich, weil ich die Hunde nicht zu lang im Auto sitzen lassen will.

Beim Abholen in die Hundepension fahre ich auch schon einmal etwas weiter.

Sie Bloggen auch unter http://hund-in-berlin.blogspot.com mit Leidenschaft über Ihre Schützlinge, mit tollen Fotos und Videos. Was bedeutet Ihnen persönlich der tägliche Umgang mit den geliebten Vierbeinern?

Ursprünglich habe ich das Unternehmen begonnen, als mir klar wurde, dass ich meinen Hund Sky nicht mit in ein Büro würde nehmen können. Da er mit 1,5 Jahren für eine geraume Zeit mit bei einem befreundeten Gassiservice lief, dachte ich darüber nach, ob ich ernsthaft diesen geliebten Hund für die nächsten zehn oder mehr Jahre (hoffentlich) tagsüber weggeben wolle. Nein, das wollte ich auf keinen Fall.

So lief ich zwei Monate täglich bei den dogwalker-berlin.de mit und hatte – ungelogen – mehrere schlaflose Nächte, weil ich wusste, was so ein Job an Verantwortung mit sich bringen würde. Bei diesen Trainingsstunden machte ich zahlreiche Fotos, auch, um abends, beim Einstellen der Bilder und Filme weiter zu lernen. Denn gerade aus der Entfernung des Nichtinvolviertseins kann man viel über Hundekommunikation erfahren.

Und da ich immer gern wusste, was mein Hund damals erlebte, habe ich diese Angewohnheit beibehalten. Da nicht jeder Hundebesitzer einen Gassiservice gründen kann, verstehe ich aus Erfahrung jeden Kunden sehr gut, der wenigstens im Bild sehen möchte, wie es seinem Hund ergangen ist.

Und wie gesagt, ich lerne auch immer dazu und es freut mich auch, wenn ich in Ruhe noch einmal den Spaß meiner mir anvertrauten Hunde sehen kann…

Auf Ihren Internetseiten geben Sie sehr schöne Tipps und Informationen an Hundehalter und –Freunde weiter, beraten etwa umfassend zum Thema „Welpenkauf“. Sollte man nicht Hunden aus den Tierheimen den Vorzug geben, bzw. für welche Halter ist ein Hund direkt aus der Aufzucht besser geeignet?

Ein schwieriges Thema, wie ich finde. Denn ja, einerseits ist es toll, dass Hunde im Tierheim eine Chance bekommen.

Ich glaube, das ist so individuell nur wirklich sinnvoll im Einzelfall zu entscheiden, wer was für einen Hund und warum und wofür „haben“ möchte. Oft genug müssen die Tierheimhunde dann die Meinung der neuen Besitzer „ausbaden“, dass sie ja dankbar sein müssten, weil sie ja vor einem schrecklichen Schicksal gerettet wurden, usw.

Leider sind ja noch wenige Tierheime in Deutschland in der Lage, lange Auswahlgespräche mit den eventuellen Besitzern zu führen. Wie Michael Grewe in seinem Buch „Hunde brauchen klare Grenzen“ unlängst anmahnte, wäre es wirklich wichtig, dass jeder Hundebesitzer sich vor der Anschaffung klar macht, warum und wofür möchte ich welchen Hund wirklich?

Ich musste unlängst die Frage einer befreundeten Hundetrainerin ehrlich beantworten, dass ich Herdenschutzhunde haben wollte, weil “die immer auf meiner Seite seien!” Damit kann man dann arbeiten. Und einen Welpen von einem guten Züchter hab ich geholt, weil ich in meinem Job mit einem solchen Hund keine größeren Risiken eingehen kann. Alle Fehler, die der Hund zeigt, habe ich eben selbst zu verantworten, weil ich das nicht auf andere Vorbesitzer oder schlechte Sozialisation schieben kann. Und auch nicht möchte.

Und leider gibt es eben auch zum Thema Welpenkauf oder Züchter soviel zu sagen, dass es noch ein weiteres Interview füllen würde. Egal, woher Sie einen Hund holen, erwachsen oder vom Züchter: Nehmen Sie unbeteiligte Freunde mit und suchen Sie sich rechtzeitig eine gute Welpenstunde und/oder eine empfehlenswerte Hundeschule.

Die Hunde haben es allemal verdient, dass wir uns mit ihrer Kommunikation beschäftigen, sie verstehen uns nämlich jeden Tag und setzen unsere Stimmungen, Launen und komischen Verhalten in ihre Sprache um! Jeder Hund gibt sich ständig Mühe, ein gutes Rudelmitglied zu sein, egal, wie seltsam wir uns ausdrücken.

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