Wurde die Katze noch in der Antike als Göttin verehrt und als Glücksbringer angesehen, so änderte sich ihre Rolle drastisch im europäischen Mittelalter.
Bereits mit Beginn des 7. Jahrhunderts litt der Ruf der Katze gewaltig, obwohl sie sich unbestritten als ein sehr nützlicher natürlicher Ratten- und Mäusefeind erwies. Sie sorgte dafür, dass die Vorratskammern schädlingsfrei blieben und pflegte eine nutznießende Nähe zu den Menschen. Doch genau diese Nähe wurde den Tieren bald zum Verhängnis.
Um endgültig jegliche Reste des heidnischen Glaubens der Antike zu vernichten, bediente sich die christliche Kirche ihrem damaligen enormen Einfluss und kehrte unter anderem die bis dahin noch als positiv anerkannten Eigenschaften der Katze in negative um.
Die Rolle der Katze im Mittelalter änderte sich schnell
So wurde aus der Reinlichkeit Putzsucht und Eitelkeit, aus dem Schlafbedürfnis am Tag Müßiggang und Faulheit, aus dem lauten Liebespiel in der Nacht Unkeuschheit. Dies waren Sünden, die im Christentum nicht geduldet wurden.
Besonders unheimlich erschienen die nächtlichen Streifzüge. Wusste doch keiner so ganz genau, was die Tiere in dieser Zeit trieben. Unwissenheit, Angst und Aberglaube der Bevölkerung taten ihr übriges. Nicht lange, und Katzen – besonders die schwarzen – galten ganz offiziell als unglückbringende und dämonische Wesen, durch die Satan versuchte, menschlichen Seelen für sich zu gewinnen.
In zahlreichen Teufelsaustreibungen mussten die armen Tiere herhalten. Sie wurden erbarmungslos gequält und auf die grausamsten Weisen hingerichtet. Teilweise verbrannte man sie, eingeschlossen in Körben, zusammen mit „ihren“ Menschen, die als Ketzer oder Hexe ihr Leben leidvoll lassen mussten.
Gerichtsverfahren für Tiere
Höhepunkt fand der Wahn in Gerichtsverfahren, die eigens für Tiere abgehalten wurden. Jetzt waren nicht mehr ausschließlich Katzen die Angeklagten, sondern ebenso andere Nachtaktive, wie Eulen und Fledermäuse, zum Schluss selbst Kühe, Ziegen und Hunde wurden in irrwitzigen Prozessen qualvoll zu Tode gebracht.
Leider war damit der Leidensweg der Katze noch nicht zu Ende. Nach verschiedenen Belegen gab es mindestens bis zum 18. Jahrhundert verschiedene Katzenopfer bei christlichen Bräuchen.
Bekanntestes Beispiel ist die jährliche Johannisnacht (23. auf 24. Juni). In das entfachte Johannisfeuer wurden lebende Katzen geworfen. Ob dieses grausame Spektakel allerdings wirklich religiöse Hintergründe hatte, ist umstritten.





Hallo, wie wurden Katzen im Mittelalter genannt??
Danke im voraus.