Die Geburt eines Kindes ist ein einzigartiges Erlebnis. Das Familienleben steht Kopf. Der Nachwuchs zieht die ganze Aufmerksamkeit auf sich.
Zeit für den Familienhund bleibt kaum. Der Hund fühlt sich zurückgesetzt. Hier setzt der neue Kurs P.A.U.L.A. an. Die Dummypuppe PAULA soll den Hund gezielt auf den Nachwuchs vorbereiten.
Herr Lombardi, im Frühjahr dieses Jahres werden Sie den neuen Kurs P.A.U.L.A. anbieten. Was genau bedeutet P.A.U.L.A.? Wie ist die Idee zu dem Kurs entstanden?
PAULA steht zunächst für Parental- Animal-Understanding-Learning-Awareness-, was sich sinngemäß in elterliche Früherziehung und Erkenntnisse über tierisches Verhalten übersetzen ließe. Es steht für Eltern-Baby-Hund-Kurs und ist der bundesweit erste pädagogische Kurs für angehende Eltern mit Hund. Schwerpunkt ist die Gewöhnung des Hundes an den zu erwartenden Nachwuchs und die Vorbereitung der angehenden Eltern auf die Aufgabe Kind und Hund zu betreuen.
In meiner Aufgabe als Sachverständiger werde ich immer wieder, von den unterschiedlichen Medien, um Stellungnahme gebeten, wenn es wieder zu Bissunfällen zwischen Hund und Kind/ Baby gekommen ist. Betrachtet man die Hintergründe stellt sich in den meisten Fällen herraus, dass der Hund entweder vernachlässigt oder sein arttypisches Verhalten nicht berücksichtigt wurde. Ein weiterer Grund war die Feststellung, dass die Doppelbelastung Hund und Kind zu betreuen, einer der häufigsten Gründe ist, die letztendlich zur Abschaffung eines Hundes führen. Der Leidtragende ist auch dann der Hund.
Um diesem allen Vorzubeugen hilft nun P.A.U.L.A., denn PAULA nennt sich auch die Puppe die wir zur Vorbereitung der angehenden Eltern zum Einsatz bringen und die auf eine Familiengemeinschaft mit Hund vorbereiten soll. Die Puppe PAULA gibt es nicht zu kaufen. Sie wird ausnahmslos für pädagogische Projekte zur Verfügung gestellt. Als Dummypuppe simuliert sie jedes Bedürfnis eines Babys. Sie ist hungrig, möchte die Windel gewechselt bekommen und jammert aufgrund von Müdigkeit, oder Schreit nach Aufmerksamkeit etc.
Welche Probleme tauchen bei Nachwuchs am häufigsten auf? Wie können diese Probleme vermieden werden?
Ist das Baby da, ist plötzlich alles anders. Die Aufmerksamkeit, die bis dato der Hund gewöhnt war, muss er nun mit dem Baby teilen. Er steht hinten an und darf plötzlich vieles nicht mehr, was vorher selbstverständlich war. Da gibt es plötzlich Tabus, die in Verbindung mit dem Neuankömmling stehen. Ein Hund kann dadurch eine negative Emotion zum Kind aufbauen, denn schließlich erlebt er nur Nachteile. Eine wichtige Aufgabe besteht also darin, den Hund auf das Baby frühzeitig vorzubereiten.
Auch für die jungen Eltern ist es nicht leicht. Das Kind schreit nach Nahrung und der Hund trampelt an der Tür. Endlich ist das Baby eingeschlafen, da klingelt es an der Tür und der Hund bellt.
Bei P.A.U.L.A. geht es uns nicht nur darum, den Hund an ein Baby zu gewöhnen, sondern mit den Eltern ein Handling im Umgang mit Baby und Hund, also mit beiden, zu üben. Dabei wird auf Besonderheiten und Probleme, die auftreten können, hingewiesen und Möglichkeiten sowie Lösungen geboten.
Sollten Kleinkinder in die Ausbildung einbezogen werden?
Selbstverständlich können und sollten Kinder in die Ausbildung eingebunden werden. Genau so, wie sie sich später auch um oder für das Geschwisterchen engagieren sollten.
Sie können lernen viele altersgerechte Aufgaben zu übernehmen, die ihnen, in der Regel, auch sehr viel Spaß machen. Entweder geht es dabei um Beschäftigung des Hundes, wenn Mama das Baby betreut, oder aber auch umgekehrt.
Über welchen Zeitraum erstreckt sich die Ausbildung?
P.A.U.L.A. ist auf zwei Abendseminare beschränkt, wobei wir die Hundehalter aber auch nach der Ausbildung weiter betreuen. In einem Einführungskurs, einem 3-stündigen Abendkurs, wird zunächst das Handling mit Baby und Hund vermittelt und gezeigt, wie man den Hund auf den baldigen Familienzuwachs vorbereitet.
Im Anschluss zieht die Puppe PAULA für eine Testzeit, mind. Tagesablauf = 24 Stunden, in die Familie ein. Auf natürliche Bedürfnisse programmiert, wird nun der zukünftige Alltag mit Baby und dem Hund erlebt. Die Puppe kann in dieser Zeit nur vom Trainer ausgeschaltet und nur von den Hundehaltern und Testeltern betreut werden.
Nach der absolvierter Testzeit, wird durch uns das Protokoll, wie Sie sich als “Eltern” mit PAULA verhalten haben, aus dem Programm der Puppe ausgelesen und gemeinsam mit Ihnen besprochen und analysiert. Wie hat sich der Hund verhalten? Welchen Einfluss sollte er in welcher Situation erhalten? Was kann und was sollte man vorbereitend weiter trainieren!
Welche Kosten fallen an, und was ist im Preis enthalten?
Der Kurs wird als Gesamtkonzept angeboten und kostet 169,00 zzgl. MWST. Dabei sind die 2 x 3 Ausbildungsstunden und der 24 Stunden-Einsatz von PAULA, die Analyse und die Verhaltensberatung integriert.
Wie kann man sich anmelden?
Eine Anmeldungen und die Möglichkeit für Rückfragen erhalten Interessenten gern über unsere Homepage: www.dci-kurse.de. Für eine persönliche Beratung stehen wir gern Montag bis Freitag von 10.00 Uhr – 16.00 Uhr im Dogcoach Institut, Südwestkorso 62, 12161 Berlin zur Verfügung.
Mehr über Enrico Lombardi

Enrico Lombardi
2007 gründete er das DogCoach Institut, dem ersten AZWV-zertifizierten Bildungsträger im Bereich der Kynologie. Lombardi führt Hausbesuche, Einzelcoaching und Problemberatungen durch und hält Seminare für Unternehmen, Behörden oder einfach nur Menschen, die sich für sachliche Informationen über den Hund und seine Haltung interessieren.
Im Oktober 2011 erschien sein Buch „Der perfekte Familienhund“. Weitere Informationen finden Sie unter www.dogcoach.de.
Fotos: Greg Scratchley (Titelfoto), Manja Elsässer





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